Zum Vatertag

Die Verlagerung der Bedeutung des christlichen Feiertags Christi Himmelfahrt zu Vatertag ist für konservative Christen ein Affront. Statt diesen arbeitsfreien Tag zu nutzen, um über Gott nachzudenken sind Horden von Männern unterwegs, um in freier Natur und fern ab aller häuslicher Zwänge den inneren Flüssigkeitshaushalt neu zu regulieren. Da stellt sich natürlich die Frage, ob diese beiden Welten zusammen passen.
Ich denke schon. Der Vatertag hat durchaus theologische Wurzeln, die nur nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind.

Beginnen wir mit der unterschiedlichen Benennung dieses Tages. An Christi Himmelfahrt ist Jesus wieder zu Gott-Vater in den Himmel zurück gekehrt. Vater und Sohn waren wieder vereint. Was ist also verkehrt daran, als die Rückkehr des Sohnes in das Haus des Vater als Vatertag zu bezeichnen?

Kommen wir nun zu den Ritualen. Der Ausbruch mit dem Bollerwagen aus den engen Mauern des eigenen Reihenhauses und hinaus in die freie und unberührte Natur. Wo kann man Gott näher sein als an den Ufern eines langsam daher fließenden Baches, oder auf einer ruhigen und von der Sonne beschienenden Waldlichtung, wo die Vögel ihr Lied zwitschern und das Reh scheu hinter einem Baum hervor blickt. Hier findet der gestresste Büroarbeiter die Ruhe und fühlt sich wie damals Adam im Paradies.
Und der Alkohol? Standen die Jünger an Pfingsten nicht auch unter dem Verdacht zu viel des süßen Weines im Blut zu haben? Somit könnte man den Alkoholgenuss nur als eine symbolische Vorwegnahme der Pfingstereignisse ansehen.

Ja, der Vatertag wird häufig zu Unrecht als ein Tag des Übels verunglimpft. Wir sollten ihn aber mit anderen Augen betrachten.

In diesem Sinnen, allen einen schönen Vatertag.

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