Zum Vatertag

Heute ist Vatertag. Dachte ich. Zumindest sieht es so aus, wenn man die Medienberichte um diesen Feiertag so sieht. Männergemeinschaft, Bollerwagen, Grill, Fleisch und Bier. Vatertag halt. Ein Blick auf meinen Kalender führt dann bei mir aber zu einiger Verwirrung. Christi Himmelfahrt? Keine Männergemeinschaft? Kein Bollerwagen? Kein Grill? Kein Fleisch? Kein Bier?

Für so manchen Christen ist die Überlagerung dieses christlichen Feiertags durch den   Vatertag ein Graus. Für biblisch nicht so bewanderte Menschen ist die zu Grunde liegende Begebenheit hier noch einmal nachzulesen.

Aber worum geht es? Es geht darum, dass sich Jesus wieder auf den Heimweg zu seinem Vater gemacht hat. Vatertag halt. Ob die beiden dann erst einmal mit dem Bollerwagen zur nächsten Waldlichtung gezogen sind, ist in dem Text nicht überliefert. Auf jeden Fall haben sie seit dem eine echte (Männer-)Gemeinschaft (ok, über das Geschlecht Gottes lässt sich theologisch vortrefflich streiten).

Aus dieser Sicht ist der Begriff Vatertag gar nicht so verkehrt. Vielleicht sollten wir Väter etwas an den Ritualen arbeiten und den Tag zur Gemeinschaft mit unserer Brut nutzen. Das kann auch ganz schön sein. Vielleicht fließt weniger Bier, vielleicht gibt es mehr Schokolade als Fleisch, vielleicht redet man mehr über Tinker Bell als über Fußball. Dafür erlebt man ein ansteckendes Kinderlachen, darf sich ob der Fragen der Kinder als weiser Mensch fühlen und erfährt wie schön es ist, wenn ein kleines Wesen bei einem Schutz und Geborgenheit sucht. Und als Add-on hat man am nächsten Morgen keinen Kater (außer den, der einem den Platz auf der Couch streitig macht).

Aus der Erfahrung einer solchen Gemeinschaft habe ich ein Lied über die Beziehung zu meinen Kindern geschrieben, das in diesem Licht ganz gut zum Vatertag passt.

In meinem Arm

In meinem Arm, die Augen zu,
liegst du ganz still, nur ich und du.
So selig ruhig, ganz ohne Scham,
so tief und fest und mir wird warm.

Dass du mir absolut vertraust,
am Abend spät kommst angesaust.
Dass du mich meines Schlafs beraubst
und mit mir gerne Buden baust.
Das werde ich dir nie vergessen,
noch mehr zu wollen wär´ vermessen.
Es ist so schön, dass es dich gibt,
du bist geliebt.

In meine Arme läufst du schnell,
die Haare wehn, die Stimme hell.
Erzählst mir was dein Herz berührt
und wie man Kuchenteig anrührt.

Wie oft wollt´  ich zum Mond dich schießen?
Wie oft dich in den Keller einschließen?
Wie oft habe ich geweint vor Sorgen
und vor dir meine Angst verborgen?
Doch egal was immer auch kommen mag,
ich bereue heute keinen Tag.
Die Liebe zu meinem Kind – gewinnt!

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