Kevin allein in Dortmund

Aus aktuellem Anlass möchte ich mich an dieser Stelle zu einem heiklen Thema äußern. Vergebung.

Nehmen wir folgende Situation. Ein Fußballspieler, ein erwachsener Mann, der es bisher noch nicht geschafft hat sich einen vernünftigen Haarschnitt zu zulegen und den rechten Gebrauch eines Rasierers noch nicht erlernt hat und dazu auch noch im falschen Verein seiner Leidenschaft nachgeht wurde vom Trainer auf die Tribüne geschickt und durfte deshalb nicht mit den anderen Jungs spielen. Eine harte Entscheidung, aber durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass es sich bei der spielenden Truppe um die besten Spieler dieser Republik handelt. Dieser Fußballspieler entschließt nun sich unerlaubt aus dem Stadion zu verabschieden und läuft weg. Er meldet sich Tage lang nicht beim Trainer und schafft es noch nicht einmal seine dreckige Unterwäsche aus dem Hotel abzuholen. Das erledigen ein paar Freunde.

Jetzt kommt der Trainer und sagt, dass dieser Fußballspieler nicht mehr mit den anderen Jungs mitspielen darf, weil er böse war. Ebenfalls eine harte Entscheidung und durchaus nachvollziehbar.

Was sagt die Bibel aber dazu? In Mt.18,21ff finden wir die Frage, die Petrus an Jesus stellt und sich in Volxbibeldeutsch ungefähr so übersetzen lässt: Trainer, wir oft muss ich meinem Mitspieler vergeben, der sich, weil er nicht mitspielen durfte und darauf bockig war, unerlaubt von der Mannschaft entfernt hat und sich, während wir uns gegen eine horder wilder Russen erwehren mussten, die unser Tor berennen, in einer Düsseldorfer Disko vergnügt hat? Genügt es siebenmal? Da antwortert der Trainer: Nicht siebenmal, sondern sieben mal siebzig mal.

Wir wissen, dass der Trainer so nicht geantwortet hat, und auch ich hätte sicherlich Schwierigkeiten gehabt, aber ein weinender Kevin und die Bibel sollten uns zum Nachdenken bringen, ob wir ihn nicht doch noch einmal das Trikot mit dem Adler drauf überstreifen lassen. Und was wäre die Nutella Werbung ohne ihn?

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