Genussvoll die Welt verbessern

Fair gehandelter Kaffee ist nichts neues. Für ein paar Euro Aufschlag kann man sich so ein ruhiges Gewissen erkaufen und hofft, das Leben eines Kaffeebauers und seiner Familie irgendwo in den Weiten dieser Welt ein kleines Stückchen besser gemacht zu haben.

Das Problem für mich war nur häufig der Geschmack. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie ich auf einem Familienfest am Stand mit dem fair gehandelten Kaffee stand und von den enthusiastischen Mitarbeiter eine Tasse in die Hand gedrückt bekam. Es war die reine Höflichkeit, die meine Eltern mir mühevoll anerzogen haben, die mich davon abgehalten haben das Gebräu stehenden Fußes wieder von mir zu geben. Es war unbeschreiblich.

Was ich aber an diesem Wochenende in meine Finger und an meinen Gaumen bekommen habe, hat mich mit dem Thema mehr als versöhnt. Ein kleines Unternehmen aus Berlin hat mich umgestimmt. Coffee Circle heißt es und bietet hochwertigen Kaffee aus Äthiopien an, den sie zu Preisen einkaufen, die deutlich über dem Marktpreis liegen. Darüber hinaus fließen auch noch Gelder aus dem Verkauf in Projekte vor Ort. So viel zum beruhigten sozialen Gewissen. Das können aber auch andere.

Mich hat der Geschmack beeindruckt. Egal ob Kaffee oder Espresso. Der Geschmack ist weich und harmonisch und lässt einen spät berufenen Kaffeetrinker wie mich die sonst übliche Milch vergessen, die man braucht, um den oft bitteren Geschmack zu übertünchen. Ausgerüstet mit allerlei Tipps zum Kaffeezubereiten ist das Kaffeekochen nicht mehr eine pure Notwendigkeit, sondern schon eine Freude an sich. Mit der Stoppuhr und der Elektronikwaage ausgerüstet wird aus heißem Wasser und Kaffepulver eine Komposition, die die Geschmacksnerven stimuliert und die Tränen in die Augen treibt. Einfach lecker.

Das macht das Weltverbessern nicht gerade billig, dafür macht es richtig Spaß.

 

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