Der Bahnpendlerpsalm

Ein Psalm des Lobpreisleiters, nach dem er für den Weg von seiner Arbeitsstelle bis zu seiner schmucken Doppelhaushälfte, die er sein Heim nennt, einer Strecke von ca. 22 km Luftlinie, drei Stunden benötigt hatte. Vorzusingen nach der Pfeife des Schaffners.

HERR, lasse abfahren die Busse und Bahnen zur rechten Zeit, denn die Anschlusszüge warten nicht. Siehe streng ist der Fahrplan, hart getaktet und ohne Gnade. Und sollte ich doch einmal den nächsten Zug verpassen, so lasse mich nicht stranden an einem Bahnhof wie dem in Krefeld, denn wenig sind der Orte an denen es sich dort lustvoll ausharren lässt, zugig und kalt sind seine Bahnsteige.
HERR, lasse schließen die Türen des Zuges nach seinem nächsten Halt, auf das der Zug kann fortsetzen seine Fahrt, wie es für ihn vorgesehen und er nicht warten muss im Bahnhof, in dem kein UMTS-Empfang ist. Die Schranken der Bahnübergänge lasse sich heben und senken und die Signale lasse stehen auf „freie Fahrt“, auf dass der Zug nicht muss halten auf den weiten Ebenen des mittleren Niederrheins und der Reisende muss verweilen noch ein gutes Stück von seinem Heim entfernt.
HERR, schenke mir das Verständnis, das die Stimme aus den Lautsprecherboxen von mir erbittet.
Amen.

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