Alleine Kaka!

Manchmal kommt mir der Gedanke, dass Gott wahnsinnig viel Humor haben muss. Wie würde er es sonst mit uns aushalten?

Letztens musste ich mich mal wieder aufmachen und meiner Tochter (2 Jahre) die Windeln wechseln. Ich legte sie also auf die Wickelfläche und wollte gerade mit dem üblichen Prozedere beginnen, als sie sich unversehens halb zur Seite drehte und aus dem Behälter für Feuchttücher ein solches entnehmen wollte. Dazu entwich der folgende Satz ihrem kleinen Mund: „Alleine Kaka“. Damit wollte sie zum Ausdruck bringen, dass sie sich in der Lage fühlte  ihre nicht ganz so wohlduftende Windel im Alleingang zu wechseln. Ich konnte einen mittelstarken Lachanfall nur mit enormer Willenskraft unterdrücken. Das Ergebnis konnte ich mir gut vorstellen. Anwesend sein, wenn der Inhalt dieser Windel sich im kompletten Kinderzimmer und auf dem Kind verteilt, wollte ich aber lieber nicht. Also, Lachanfall runter schlucken, alle Überredungskunst zusammen raffen und die junge Dame davon überzeugen, dass es für sie besser ist, wenn Papa das Vorhaben zu Ende bringt.

Wie häufig verhalte ich mich aber wie das kleine zweijährige Mädchen auf der Wickelfläche. Ich stehe vor einer großen Herausforderung und denke, dass ich jetzt alt genug bin und auf die Hilfe meines Vaters nun verzichten kann. Dann ruft der kleine Jochen „Alleine Kaka“ und Gott steht daneben und bekommt einen Lachflash. „Ja klar – das kriegst du schon hin – alt genug? sicher – passt schon“. Und er lässt mich auch machen (anders als ich es bei meiner Tochter gemacht habe), sieht sich das Ergebnis an, wartet ab bis Klein-Jochen merkt, dass er es eben nicht kann und fragt dann mit einem Schmunzeln: „Na, soll ich helfen?“.

Vielleicht sollte ich in diesen Momenten von meiner Tochter lernen. Die kommt dann doch ab und zu an und ruft: „Helfen bitte“.

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